Nikolausberger Musiktage & Musik in der Klosterkirche

Herzlich Willkommen auf dem Kirchenmusikportal der Klosterkirche Nikolausberg!

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 23.03.2018 - 20:00 Uhr - LA SELVA

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Reise nach Italien

Musikalische Begegnungen im XVIII Jahrhundert

La Selva

Carolina Pace Blockflöte- Michele Carreca Theorbe

Musik von D. Bigaglia, G.F.Händel, J.A.Hasse, S.L.Weiss, F.Barsanti

Ein Geistlicher, der Blockflötensonaten schrieb, ein Engländer, der wie ein Italiener komponierte,

die zwei zu ihrer Zeit berühmtesten deutschen Komponisten, die mehr über die italienische Oper erfahren wollten,

ein italienischer Oboist und Flötist, der von der schottischen Volksmusik beeindruckt wurde...

zu diesen und anderen Persönlichkeiten, die zwischen Venedig, Neapel und Rom in der ersten Hälfte des XVIII Jahrhunderts lebten und tätig waren, führt diese musikalische Reise in Begleitung verschiedener Blockflöten und einer Theorbe.

Carolina Pace und Michele Carreca haben 2005 das Ensemble La Selva gegründet. Ihr Repertoire umfasst Musik von der Renaissance bis zum XVIII Jahrhundert und die Ensemblegrösse und Besetzung variiert je nach Repertoire von zwei bis zu sieben oder auch mehr Musikern. Sie spielen in Italien und im Ausland, sind für den italienischen Sender RadioTre live aufgetreten. In Zusammenarbeit mit Museen (Alte Pinakothek München, Städelmuseum Frankfurt, HAUM Braunschweig, Caixaforum Madrid) haben sie anlässlich der Ausstellungen zu Botticelli, Palladio, Parmigianino, Konzerte aufgeführt. Als Duo sind sie auch in Brasilien und in den USA aufgetreten.

Carolina Pace studierte Blockflöte an der Schola Cantorum in Basel bei Kathrin Bopp. Sie spielt in mehreren Ensembles für alte Musik sowie bei Puppentheateraufführungen und historischen Tanzvorstellungen. Ihre Aufführungen führten sie nach Deutschland, Polen, Litauen, Russland, Frankreich, Schweiz, Spanien , Algerien. Sie lebt in ihrer Heimatstadt Rom und widmet sich neben der Konzerttätigkeit dem Unterricht.

Michele Carreca wurde in Foggia/Apulien geboren und erwarb das Lautendiplom am römischen Conservatorio di S. Cecilia bei Andrea Damiani. Auch er lebt in Rom und unterrichtet Laute am Conservatorio Vincenzo Bellini in Palermo. Als Solist und Continuospieler ist er mit unterschiedlichen Ensembles und Orchestern auf internationaler Ebene tätig. Er wirkte bei Cd Produktionen für Sony DHM, Deutsche Grammophon, Continuo Records, Urania Records, Brilliant Classics, Rai Trade mit.



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Besten Dank an Henrich-Otto Hannemann für die Kritik des ORFEO-Konzertes am 28.01.2018:

ORFEO eröffnete die Konzertreihe 'Musik in der Klosterkirche' 2018

Das erste Konzert des Jahres, am 10. Februar, präsentierte Claudio Monteverdis ORFEO in einer für Blockflöten, Laute, Barockgitarre und Viola da Gamba arrangierten Fassung. Andreas Düker und sein Ensemble setzten das Werk in gekürzter Form und mit erläuternden Zwischentexten gekonnt um und vermittelten so einen lebhaften Eindruck dieser ersten Oper der europäischen Musikgeschichte.


1607, am Beginn des Übergangs von der Renaissance zum Barock, greift Monteverdi in seiner „Favola in musica“ (Fabel zur Musik) auf einen antiken Stoff zurück, die Geschichte von Orpheus und Eurydike. Sie repräsentiert den Traum von Liebe und ewigem Leben, aber auch das Renaissance-Motiv des tragischen Falls des Helden durch die Macht des Schicksals und menschliche Unzulänglichkeit. Die heiter-bukolische Szenerie vor der Hochzeit wird durch den jähen Tod Eurydikes, verursacht durch einen Schlangenbiss, zerstört. Orpheus möchte dem Schicksal trotzen und seine Geliebte aus der Unterwelt zurückholen. Er scheitert jedoch an einer Bedingung: kein Blick zurück auf dem Weg aus dem Hades - so hat es Pluto, der Gott der Unterwelt, ihm auferlegt. Orpheus versagt, verzweifelt kehrt er ohne seine Braut auf die Erde zurück und wird von Apollo im Himmel mit dem Anblick der Schönheit der Gestirne entschädigt.


Zu seiner Entstehungszeit war ein derartiges Musikstück eine Art Zwischenspiel unter anderen abendlichen Zerstreuungen adliger Gesellschaften. Und Monteverdi setzt mit dem Experiment eines durchkomponierten Musikdramas neue Maßstäbe. Es beginnt der Siegeszug der Oper.


In der mit barocken Instrumenten gestalteten Fassung können Andreas Düker (Theorbe und Barockgitarre), Elke Hardegen-Düker, Angela Hug, Stefanie Lüdecke, Stefan Möhle (Blockflöten verschiedener Stimmlagen) und Laura Frey (Gambe) das Werk fast auf ein kammermusikalisches Maß reduzieren und den zeittypischen Klang herausarbeiten. Die Zwischentexte, von Stefan Möhle sehr klar gesprochen, informieren über die Handlung, bereiten aber auch auf den Charakter der anschließenden musikalischen Stücke vor. So eröffnet eine Toccata die Welt des Orfeo: Flöten erklingen zum Generalbass der Theorbe. Man kann sich danach unschwer den Tanz der Hirten und Nymphen zu den volkstümlichen Melodien vorstellen; schreittanzartige Passagen werden gefolgt von einem intimen Duett von Sopranflöte und Theorbe, dann wieder von ausgelasseneren Passagen; virtuose Läufe auf der Theorbe gehen über in an Glockegeläut erinnernde Motive, die Barockgitarre übernimmt, Flöten gesellen sich hinzu, ebenso die Gambe. So musiziert das Ensemble scheinbar mühelos zusammen mit wechselnd führenden Instrumenten und wechselnden Tempi. Das jähe Ende des Frohsinns nach Eurydikes Tod wird umgesetzt in klagende, abwärts laufende Molltöne, die Überfahrt über den Styx klingt weich und fließend, wie auf einem ruhigen Wasser treibend. Das Totenreich empfängt Orfeo mit getragenen, dunklen Motiven und merkwürdigen Geräuschen. Die Unterwelt ist düster. Dann der „Wendepunkt“ (im wahrsten Sinne des Wortes), an dieser Stelle mimisch-gestisch unterstützt von Stefan Möhle: Orfeo blickt suchend zurück und verwirkt damit Plutos Bedingung. Die Musik, schwermütig und schicksalsergeben, lässt die Todesnacht ahnen. Es folgt die didaktische Quintessenz: „Ewiger Ruhm dem, der sich selbst besiegt.“ Leidenschaft wird bestraft, Tugend belohnt. „Wer unter Schmerzen säet, erntet die Frucht mit allem Gewinn“. Apollo entrückt Orfeo in den Himmel und die Musik reflektiert dies in gemessener Harmonie und der tänzerischen Freude der Flöten.

Das Publikum in der gut besuchten Klosterkirche belohnte die Musiker mit herzlichem Applaus.

12. 02. 2018
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Claudio Monteverdi - Orfeo

Wann?
28.01.2018, 18:00 Uhr
Was?
Medium
Bild: privat
Claudio Monteverdi
ORFEO

Arrangiert für Blockflöten, Laute & Viola da Gamba

Angela Hug, Stefanie Lüdecke, Elke Hardegen-Düker,
Stefan Möhle - Blockflöte
Laura Frey - Viola da Gamba
Andreas Düker - Theorbe und Barockgitarre

Eintritt: 15/10.- Kinder haben freien Eintritt!

L'Orfeo von Claudio Monteverdi steht an der Wiege der Gattung Oper (1607). Der Komponist selbst bezeichnete das Werk noch als "Favola in musica" (Fabel, gesetzt in Musik). Heute gilt L'Orfeo aber als die erste Oper überhaupt. An der Grenze von Renaissance und Barock dominierte das "Intermedio", ein Schauspiel mit musikalischen Zwischenspielen. Monteverdi entwickelte daraus mit L'Orfeo eine der ersten komplett durchkomponierten Musiktheaterdramen.
In unserer Bearbeitung hören Sie Auszüge aus der Oper bearbeitet für Blockflöten, Gambe & Laute. Gesprochene Zwischentexte führen Sie durch die Geschichte des mythologischen Musikers, dessen Kunst nicht nur Menschen, sondern Tiere, Pflanzen und sogar Felsen bewegt haben soll...
Wo?
Klosterkirche Nikolausberg
Augustiner Str. 17
37077 Göttingen